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Losung

Losung für Dienstag, 29. November 2022
Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden.
Jesaja 40,30-31

So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus.
2.Timotheus 2,1

© Evangelische Brüder-Unität

September 21

Liebe Gemeinde, “We shall overcome. We shall overcome some day“ -
„Wir werden es eines Tages überwinden.“
Das Lied lernte ich in meiner Jugend durch die Friedensbewegung
kennen, eigentlich stammt es aus der US-Bürgerrechtsbewegung. Und wenn ich dieses Lied höre, wird es mir immer noch warm und weit ums Herz. Ich glaube, das macht der Ausblick auf eine bessere Welt jenseits der aktuellen Probleme.

„We shall overcome” –Was gilt es jetzt zu überwinden?
Die Pandemie, die Klimakrise, all die Spaltungen, die unsere Welt durchziehen, alle Respektlosigkeiten? Sicher noch so manches mehr. Während ich diese Andacht schreibe, freue ich mich über neu gewonnene Freiheiten nach dem langen Lockdown, mit gleichzeitig sorgenvollem Blick, wie es nach den Ferien weitergehen wird. In Griechenland, in der Türkei und an vielen anderen Orten brennt es, während ganz in unserer Nähe Menschen verzweifelt dabei sind, wenigstens noch manches Hab und Gut aus den Fluten zu retten und ihre Existenz neu aufzubauen. Gleichzeitig beginnt das große Rennen um Wählerstimmen mit Themen, die oft wenig mit dem zu tun haben, was jetzt wirklich wichtig ist.

“We shall overcome some day. Oh, deep in my heart, I do believe, we shall overcome some day.” „Eines Tages werden wir es überwinden.
Tief in meinem Herzen glaube ich: Wir werden es eines Tages überwinden.“ Aber reicht das denn, tief im Herzen zu glauben, dass alles Negative irgendwann in ferner
Zukunft überwunden wird? Mir nicht. Und da gefällt mir so gut, dass das Lied ganz einfache
praktische Maßnahmen anbietet:

„We’ll walk hand in hand“ – „Wir werden Hand in Hand gehen.“
Hand in Hand gehen: So wie die Flutopfer Hilfe erfahren haben von
vielen Mitmenschen, wie die Einsatzkräfte in den Krisengebieten mit
großem Engagement Fluten und Feuer bekämpfen, den Menschen
beistehen und wie Junge am Anfang der Pandemie für Ältere
eingekauft haben.

 
„We’ll walk hand in hand“ – nur miteinander geht es, nicht gegeneinander. Und das Miteinander nimmt auch die Angst. Und so heißt es dann auch im Lied:

„We are not afraid some day“ – „Wir haben keine Angst - irgendwann.“ Ganz ausblenden können wir die Angst nicht und sie hat ja auch eine Schutzfunktion. Aber wir können die Angst überwinden, die Angst, die uns das Leben schwer macht, die uns voneinander trennt, weil sie uns gegenseitig misstrauen oder fürchten lässt, zu kurz zu kommen.
Angst zu überwinden, das ist auch eine wichtige Voraussetzung für ein Leben in Frieden.

„We’ll live in peace some day“– Wir werden eines Tages in Frieden leben: In Frieden leben, geschwisterlich miteinander, in Einklang mit
der Natur auf unserer schönen Erde, alles überwinden, was dem
entgegensteht – ich will diesen Traum nicht aufgeben.
Ich lade Sie ein, dass wir uns Hand in Hand gemeinsam auf den Weg machen, alles, was diesem Traum entgegensteht, zu überwinden.

Ihre Pfarrerin Annette Leppla