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Losung

Losung für Samstag, 16. Dezember 2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!
Micha 2,1

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Markus 10,42-43

© Evangelische Brüder-Unität

Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle.  Lukas 20,38

 Liebe Gemeinde!

Kennen Sie das auch? Es gibt Zeiten, in denen hat man das Gefühl, es gäbe auf einmal mehr Beerdigungen als sonst – in der Gemeinde, in der Familie, im Ort. Eine Todesanzeige, eine Beerdigung, ein Trauerkaffee folgt auf den nächsten. Kaum sind ein paar Tage herum, da kommt man schon wieder auf dem Friedhof zusammen. Schwere Zeiten sind das für die Betroffenen, für die Familien, für die Trauernden. Schwere Zeiten für eine Gemeinde, die immer wieder Abschied nehmen muss. Schwere Zeiten auch für die, die trösten möchten und nach den richtigen Worten suchen.

Umso wichtiger erscheint mir in solchen Zeiten, dass wir Gott nicht bei den Toten suchen. Sterbefälle mögen ein Anlass sein, über Gott und die Welt nachzudenken. Finden werden wir ihn hier nicht. Zumindest nicht dann, wenn wir im Sterben und im Tod verharren. Denn unser „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden“ heißt es im Monatsspruch für den März.

Wenn dieser Gemeindebrief erschienen und zu Ihnen nachhause gebracht worden ist, befinden wir uns schon in der Passionszeit. Wir bereiten uns auf das Sterben und auf den Tod Jesu vor. Wir wissen, dass das kommen wird. Unausweichlich. Aber wir wollen nicht am Karfreitag stehen bleiben, sondern den Weg weitergehen bis hin zum Ostermorgen, bis hin zur Auferstehung. Da können wir Gott entdecken, der uns durch den Tod hindurch entgegenkommt – mitten ins Leben.

Unseren Verstorbenen schenkt Gott das ewige Leben. Uns Lebenden will er die Kraft schenken, das Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu bestehen. Er will uns begleiten und bewahren auf allen unseren Wegen, auf Schritt und Tritt.

Der Tod führt uns immer wieder an Grenzen. Er lässt uns fragen und klagen. Aber er ist nicht das Ziel, er ist nicht das Ende des Weges. Wenn wir weitergehen, wenn wir weiter glauben, trotz aller Zweifel und Trauer, dann werden wir Gott entdecken können!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass unser Weg hin zum Osterfest ein segensreicher, ein Lebenskraft spendender und Glauben stärkender Weg wird – ein Weg ins Leben!

 Pfarrer  Gernod Hussong