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Losung

Losung für Samstag, 16. Dezember 2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!
Micha 2,1

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Markus 10,42-43

© Evangelische Brüder-Unität

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Ez 37,27 (Monatsspruch November)

Liebe Gemeinde,Hier steht er und kann nicht anders, der gute Herr Luther als Playmobil-Figur. Ich weiß nicht, ob er es gut finden würde, so vermarktet zu werden. Aber andererseits war ihm Volksnähe wichtig, er „schaute dem Volk aufs Maul“, wie er von sich selbst sagte. Und vielleicht hätte er es doch gemocht, auf diese Weise populär zu werden.
Was ihm bestimmt gefallen hätte, ist die Bibel in der Hand. Denn alle sollten sie selbst lesen können, die Bibel, nicht nur einige wenige Geistliche, alle sollten selbst das Evangelium verstehen können, sich eine Meinung bilden können, unabhängig vom Dogma der Kirche. Deshalb hat er auch die Bibel ins Deutsche übersetzt. So kam mit der deutschen Bibel auch mehr Bildung ins einfache Volk. So manch einer oder eine lernte mit ihr das Lesen (wie übrigens auch heute noch in manchen armen Ländern Afrikas).
Das ist mir besonders wichtig an unserem Protestantischen Glauben:
Wir sind frei, uns selbst eine Meinung zu bilden, auch in Glaubensdingen. Es gibt keine feste Lehrmeinung, nach der wir uns zu richten haben.
Ständig nach seiner Meinung gefragt zu werden, ist heute ja in. Wir brauchen nur das Radio anzumachen, so werden wir aufgefordert unsere Antworten auf belanglose  Fragen zu posten: „Sollte man Kartoffelsalat mit oder ohne Mayonnaise machen?“ „Sollte man mit Socken schlafen oder nicht?“… (Das ist kein Witz, das gab es tatsächlich.) Was interessiert mich das?  Wäre es nicht viel interessanter, sich mit wichtigeren Fragen des Lebens zu beschäftigen.
Die Reformation lädt uns dazu ein, selbst die  Bibel in die Hand zu nehmen, zu lesen. Und das 500-jährige Jubiläum kann ein Anlass sein, sich Gedanken darüber zu machen, wie es weiter geht mit unserer Kirche und unseren Gemeinden. Was bedeutet Glaube für uns heute? Wie sieht es aus, wenn Kirche heute „dem Volk aufs Maul schaut? Für Luther muss Reformation immer weiter gehen.
Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung:
Wie sollte die Reformation der Kirche heute weiter gehen?
Eine fruchtbare Zeit wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Annette Leppla.