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Losung

Losung für Freitag, 07. August 2020
Der HERR wird Zion wieder trösten.
Sacharja 1,17

Aus großer Todesnot hat er uns errettet und wird er uns erretten; auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt.
2.Korinther 1,10

© Evangelische Brüder-Unität

Liebe Leserinnen und Leser!
Die letzten 3 Monate haben uns gezeigt, dass wir planen müssen und doch nicht planen können. Was gerade aktuell ist, muss morgen über den Haufen geworfen werden. Und vielleicht passt ja, was ich jetzt schreibe, schon nicht mehr wirklich, wenn Sie den Gemeindebrief in Händen halten. Leicht hat es jetzt niemand in dieser Krise. Manche leiden unter besonderen Herausforderungen in ihrer Arbeit, andere an Langeweile und Einsamkeit, wieder andere unter extremen wirtschaftlichen Einbußen. Niemand weiß, wie lange uns diese Krise in Atem halten wird. Aber eins ist sicher: Wir werden noch ein langes Stück Weg vor uns haben und Stärkung tut Not. Was stärkt Sie jetzt auf diesem Weg? Um Stärkung geht es auch im Monatsspruch vom Juli. Stärkung in einer schweren Zeit erfährt hier der Prophet Elia. Elia ist „burned out“, ja depressiv. Völlig verausgabt hat er sich im Einsatz für Gott und seinen Glauben. Und dann erhält er auch noch eine Todesdrohung der Königin! Erschöpft legt er sich in der Wüste unter einen Wacholder und will nur noch eins: sterben. Hat er gewonnen und dennoch alles verloren? Doch Gott hat noch etwas mit ihm vor. Als Elia denkt, er sei am Ende, schickt Gott ihm einen Engel, der ihm Wasser und Brot reicht.
Und dann heißt es in 1. Kön 19,7:

 

Zweimal muss der Engel kommen und ihn auffordern, bis Elia sich
endlich in Bewegung setzt. Fürsorglich und behutsam führt der Engel

 

Elia zurück ins Leben. Durch Wasser und Brot bringt der Engel dem Propheten neue körperliche Kraft. Mit der Berührung durch den Engel wächst Elias Vertrauen auf Gott wieder und er kann sich seinem Auftrag wieder widmen. Belohnt wird er dadurch, dass er später Gott
begegnet - im leisen Säuseln des Windes. Gott ist ein Gott der leisen Töne, der sanften Berührungen, der Fürsorge. Sein Auftrag wird Elia deshalb nicht abgenommen, er muss den weiten Weg selbst gehen, aber er kann ihn jetzt in der Gewissheit gehen, dass Gott ihn still begleitet.

Die jetzige Zeit ist sehr anstrengend, Stärkung tut oft Not. Von Zeit zu Zeit brauche ich so einen Engel, der mich berührt, stärkt und wieder auf den Weg bringt. Elia lernt, dass Gott in leisen Tönen kommt. Ich glaube, das ist etwas, was wir auch in dieser Zeit lernen dürfen. Gott kommt in leisen Tönen: Beim Spazierengehen im Wald, bei einer kurzen Begegnung mit jemandem, den ich nur entfernt kannte und mit dem ich doch jetzt - in gebührendem Abstand - ein paar Worte wechsele, in den Klängen der Musik aus dem Nachbarhaus oder am Gartenzaun, in jemandem, der mir einfühlsam zuhört, in einem Text, der mich berührt, in sanften Berührungen, die in der letzten Zeit, da wir Abstand halten sollen, kostbarer geworden sind denn je…In all dem kann ich den Engel Gottes erkennen, der mich stärkt.


Elia wird von dem Engel auf einen weiten Weg vorbereitet. Er erfährt nicht, ob der Weg leicht oder schwer werden wird. Aber Elia darf sicher sein: Es ist Gottes Weg für sein Leben und er wird die nötige Stärkung erfahren. Das muss genügen.
Ich weiß nicht, wie der Weg, der vor mir liegt, aussehen wird. Niemand weiß das. Aber ich darf darauf vertrauen, dass der Engel mich findet, notfalls sogar in der Wüste. Und dass er mich berührt, und das, wo doch Berührungen gerade so rar geworden sind.
Machen Sie sich gestärkt auf den Weg in eine schöne Sommerzeit!   

Ihre Pfarrerin Annette Leppla