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Losung

Losung für Donnerstag, 03. Dezember 2020
Ein jeder gebe, was er geben kann nach dem Segen, den dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.
5.Mose 16,17

Wenn der gute Wille da ist, so ist jeder willkommen nach dem, was er hat, nicht nach dem, was er nicht hat.
2.Korinther 8,12

© Evangelische Brüder-Unität

März 2020

Was macht Ihnen Mut?

Liebe Gemeinde,

mir macht es Mut, wenn mir
jemand etwas zutraut: Du kannst das. Du schaffst das. Von Kindern wissen wir: Sie werden nicht dadurch selbstbewusst, dass man ihnen alles abnimmt und sie so vor dem Scheitern bewahrt, sondern wenn man sie einfach machen lässt, selbst auf die Gefahr hin, dass mal was schief geht oder
kaputtgeht. Eine kaputte Tasse ist besser verkraftbar als das gebrochene Selbstbewusstsein eines Kindes.

Mut zu machen, darum geht es den Frauen aus Simbabwe, die in diesem Jahr den Weltgebetstag gestaltet haben. In diesem Land gibt es enorme Probleme, das Elend ist bedrückend: Zu den politischen Problemen wie Korruption und Waffenhandel kommt das alltägliche Elend wie Aids und Hunger, der durch die extreme Trockenheit, Folge des Klimawandels, immer mehr verschärft wird. Eigentlich ist das ein entmutigender Zustand. Doch die Frauen in Simbabwe machen sich auf, um auf die Probleme aufmerksam zu machen und sie anzugehen. Sie lassen sich auch nicht mehr von ihren Männern einschüchtern. „Steh auf und geh!“ Diese Worte Jesu machen ihnen Mut, aufzustehen aus ihren
Lähmungen, die sie daran hindern, Initiative für ein besseres Leben zu ergreifen. Die Schritte mögen klein sein, sehr klein, die Frauen sind natürlich auf Hilfe aus den
Industrienationen angewiesen, aber sie bauen auf ihre Begabungen und auf Gottes Hilfe.
An Ostern feiern wir wieder Jesu Auferstehung aus dem Tod: Totes wird wieder lebendig, das Unmögliche kann möglich werden mit Gottes Hilfe. Warum sollte es da nicht auch eine Zukunft geben für Simbabwe? Oder auch für uns, wenn die Probleme überhand
nehmen und alles aussichtslos zu werden scheint.  „Steh auf und geh“.

 Das sind Worte, die mir Mut machen, mich auf den Weg zu machen, etwas anzupacken, was mir schwer erscheint. Die ersten Schritte mögen klein sein, vielleicht zögerlich, aber sie sind ein Anfang. Jesu Auferstehung, sie lässt mich hoffen, dass es nicht aussichtslos ist, das scheinbar Unmögliche zu wagen.
Am 1. Advent ist wieder einmal Presbyteriumswahl. 12 Presbyterinnen und Presbyter haben in den vergangenen gut 5 Jahren unsere Kirchengemeinde vertreten. Da mussten so manche Klippen umschifft werden, und es werden
weitere kommen. Doch alle sind aufgestanden, haben sich eingebracht mit ihren Möglichkeiten und ihr Bestes getan. Und ich bin ihnen sehr dankbar dafür. Es wird nicht einfacher werden für die Kirchen in der kommenden Zeit: Gleichgültigkeit bis Ablehnung gegenüber den Kirchen machen es nicht leicht, sie zu vertreten, zu dem Mitgliederschwund kommen finanzielle Sorgen und Personalmangel. Das macht auch die Arbeit in den Gemeinden nicht unbedingt einfach. Doch ich bin mir sicher, wir haben unsere Aufgaben, die zunehmend wichtig werden: In dieser immer kälter werdenden Welt, in der Menschen immer mehr reduziert werden auf Leistungsfähigkeit, Ansehen und Aussehen, in der viele krank werden, weil sie nicht mehr mithalten können, und vereinsamen, kann Kirchengemeinde ein Gegenpol sein.
Ich wünsche mir, dass unsere Gemeinde ein Ort sein kann, an dem Menschen zusammenkommen, an dem alle sein dürfen, wie sie sind, und so akzeptiert werden, an dem Anteilnahme und Menschenfreundlichkeit gelebt werden. Und ich glaube, hoffe, dass wir da auf einem guten Weg sind. Und jeder, jede von Ihnen ist gefragt, mitzumachen, den eigenen Anteil dazu beizutragen. Wir brauchen Sie! Sie alle haben irgendwelche Fähigkeiten, mit denen Sie sich einbringen können auf diesem Weg. Da bin ich mir sicher.
Lassen Sie sich von Gott, der die Liebe ist, an die Hand nehmen: „Steh auf und geh“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine ermutigende Zeit!
Ihre Pfarrerin Annette Leppla