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Losung

Losung für Dienstag, 27. Februar 2024
Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde.
Psalm 51,4

Jesus spricht:  So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
Lukas 15,7

© Evangelische Brüder-Unität

Liebe Leserinnen und Leser,

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen.“ Das dürfen Sie zu Recht von einer Pfarrerin oder einem Dekan erwarten. Klarheit und Transparenz. Ehrlichkeit und Offenheit. Ohne Salamitaktik. Und das Gleiche gilt auch für Ihr Presbyterium. Im Umgang miteinander und
mit den Gemeindegliedern. Und ich finde: Der Gemeindebrief ist ein wichtiges Medium dieser Kommunikation.

In diesen Tagen ist die unabhängige wissenschaftliche Studie des Forschungsprojekts ForuM „Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“ veröffentlicht worden. Sie hat alle Formen sexualisierter Gewalt von 1945 bis 2020 in den Blick genommen. Vom verbalen oder körperlichen Grenzübertritt bis hin zu strafrechtlich relevanten Formen des Missbrauchs.

Was zu Tage getreten ist, ist für die ganze Kirche erschütternd und
 beschämend. Denn hinter jeder Zahl steht ein menschliches Schicksal.
Pfarrer*innen, Erzieher*innen (in Kinderheimen), Kirchenmusiker*innen und Ehrenamtliche waren gleichermaßen unter den Täter*innen. Sie
haben den besonderen Schutzraum der Kirche für ihre Taten ausgenutzt. Noch kennen wir das wahre Ausmaß nicht, weil längst nicht alle Fälle aktenkundig wurden. Nun müssen wir ehrlich Rede und Antwort stehen. Den Betroffenen endlich zuhören. Ihnen angemessene Anerkennungs-zahlungen leisten. Vor allem aber durch unsere Schutzkonzepte vorbeugen und rasch eingreifen.

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen.“ Das dürfen Sie auch erwarten, wenn es um die Zukunft der Kirchengemeinde und ihrer Gebäude geht. Mit viel Engagement und Sachverstand beschäftigt sich Ihr Presbyterium kontinuierlich damit, dass Gottesdienste und Kultur, Umweltschutz und Sanierungen nicht zu kurz kommen. Das ist
bewundernswert.

Aber nicht zuletzt, sondern vor allen Dingen, geht es in unserer Kirche um die Kommunikation des Evangeliums. „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die
Hoffnung, die euch erfüllt.“ Die frohe Botschaft von Glaube, Liebe und Hoffnung darf nicht untergehen in den vielen Hiobsbotschaften dieser Tage. Dazu sind Ihre Presbyter*innen 2020 angetreten, um die Kirche mit Leben zu füllen: bei Gottesdiensten, Konzerten und anderen Veranstaltungen. Und ich finde, das ist 2023 auch gelungen. Viele Menschen hatten bei zahlreichen Gelegenheiten gute Begegnungen im Raum unserer Kirchengemeinde Haardt. Dafür sage ich von Herzen: Danke.

Ihr Dekan

Andreas Rummel