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Losung

Losung für Sonntag, 22. Oktober 2017
Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein!
1.Chronik 22,16

Simon Petrus sprach:  Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.
Lukas 5,5

© Evangelische Brüder-Unität

 

Andacht zum Monatsspruch September 2011

Jesus Christus spricht:

 

 

 

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.   (Matthäus 18,20)

Liebe Gemeinde,

wir kennen das von Empfängen: Je mehr Leute beisammenstehen, desto unpersönlicher wird die Art zu sprechen. Sie werden diese Erfahrung auch selbst gemacht haben: Wie Sie zu zweit miteinander sprechen, und wie alles anders wird, wenn ein Dritter sich dazusetzt. Als Eheleute und Eltern zu zweit reden wir anders, als wenn die Kinder dabei sind. Jede Zahl verändert die Struktur, in der man miteinander sprechen kann. Fragen, die sich persönlich stellen, die gehören in eine überschaubare Gesprächssituation, wo zwei oder drei versammelt sind. Und wenn wir im Gottesdienst, in der Andacht, im

Tauf-/Trau-/Trauergespräch im Namen Gottes zusammenkommen, dann schwingen immer auch die Fragen des Glaubens mit. Sie berühren das Innerste von uns Menschen: Was fange ich mit meinem Leben an? Wie gehe ich durch eine innere Wüste? Wozu bin ich berufen?

Unsere eigenen Erfahrungen mit diesen Fragen spiegeln gelebtes Leben wider, unverwechselbar, mit den ganz eigenen persönlichen Sehnsüchten,

Kämpfen und Narben. Und immer bleibt es ein in Frage gestelltes Leben, auf der Suche nach Halt, nach Verlässlichkeit - und nach Begegnung.

Gut, dass Jesus uns im  Monats-spruch zusagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Jesus macht uns damit Mut zu Begegnung mit Menschen im kleinen Kreis unter den Augen seiner Liebe zu uns.

Solche Begegnungen, die mit Jesu Dabeisein rechnen, können gelingen, sie können wunderbare Kreise ziehen:

Davon erzählt das gelebte Vertrauen zwischen Roger, Max, Pierre und Daniel. Sie gründeten 1944 eine kleine geistliche Brüdergemein-schaft und verfassten eine erste

Regel, die ihnen in der Fragwürdig-keit des Lebens Halt geben sollte: „Lass in deinem Tag Arbeit und Ruhe vom Wort Gottes ihr Leben empfangen; wahre in allem die innere Stille, um in Christus zu bleiben; lass dich durchdringen vom Geist der Seligpreisungen: Freude, Barmherzigkeit, Einfachheit.“

Diese erste Regel von Taizé war ein zarter Anfang, sie hat inzwischen Kreise gezogen. Die Bruderschaft von Taizé in Burgund ist mittlerweile ein Lebens-/Glaubensmodell für Christinnen und Christen, die auf dem Weg sind. Es lohnt sich, nach Taizé zu fahren und einige Tage in der Gemeinschaft zu leben.

Taizé kann aber auch bei uns in Haardt sein: Wenn wir unser Leben in den großen Zusammenhang von Gottes Schöpfung stellen. Wenn unsere Arbeit und unser Ruhen vom Leben in Gottes Gegenwart getragen sind. Wenn wir uns vom Geist der Freude, der Barmherzigkeit und der Einfachheit durchdringen lassen. Dann sind wir zu Hause unterwegs auf dem Pilgerweg des Vertrauens und können spüren, wie im Gebet, in der Stille und in der Gemeinschaft sich Gottes Liebe schenkt. Und wie sich uns eine Zukunft des Vertrauens und der Hoffnung öffnet: Jesus ist mitten unter uns. Er ist da!

 Vertrauen Sie mit mir darauf!

 Ihr Pfarrer Gernod Hussong