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Losung

Losung für Samstag, 16. Dezember 2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!
Micha 2,1

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Markus 10,42-43

© Evangelische Brüder-Unität

Dezember 2013

Monatsspruch für Dezember in Joh. 1,4: In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Als ich mich vor kurzem bei großem „Fußgängeraufkommen“ durch die Baustelle in der Fuß-gängerzone quetschte, schnappte ich den Satz auf: „Wie soll das denn werden im Vorweihnachts-stress?“ Vorweihnachtsstress  - dieses Wort beschäftigte mich.

Meinte er Vorweihnachts-Stress, also den Stress in der Vorweihnachtszeit; oder Vor-Weihnachtsstress, den Stress vor dem Stress an Weihnachten. Bei-des wäre ja möglich.

Wenn ich ihn gefragt hätte, dann hätte er vielleicht etwas verständnislos zurückgefragt: „Na, kennen Sie das denn gar nicht, den Stress mit dem Geschenke kaufen, das Backen und Putzen, die vielen Adventsfeiern, zu denen man muss? Und im Beruf ist auch meistens noch viel mehr los.“ Und hätte ich dann weiter gefragt, wozu das alles, hätte er mich viel-leicht noch verständnisloser an-geschaut und gesagt; „Man will doch schließlich an Weihnachten ein paar gemütliche Tage in der Familie haben.“ Ganz im Gegensatz zu diesem „Vorweihnachtsstress“ steht der Monatsspruch für Dezember in Joh. 1,4: In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Leben, Licht und ich könnte die Liebe noch ergänzen, das sind die drei großen Ls, nach denen sich die meisten Menschen sehnen. Und genau die sind uns mit der Geburt Jesu an Weihnachten versprochen.

Aber Stress und Licht, Leben, Liebe, das widerspricht sich. Ich glaube nicht, dass wir uns mit Vorweihnachtsstress auf die großen Ls von Weihnachten vor-bereiten können. Denn die Erwartungen an die drei „stressfreien“ Tage in der Familie sind so hoch, dass oft genug Leben, Licht und Liebe hier auch nicht einziehen können. Und oft genug werden die drei freien Tage, auf die wir hinarbeiten, gar nicht so gemütlich. Statistiken belegen, dass sogar die Scheidungsrate in dieser Zeit am höchsten ist. So mancher atmet auf, wenn der Alltag wie-der beginnt.

Aber was wäre, wenn wir wirklich einmal damit rechneten, dass uns das Leben geschenkt ist, ein Licht für uns leuchtet, wir geliebt sind?

Was wäre, wenn wir es glauben könnten, dass uns die Geburt Jesu auch heute noch etwas zu geben hat, nämlich das Wunder, dass ein Licht leuchtet mitten in der tiefsten Dunkelheit, gerade dann, wenn es uns gar nicht gut geht.

Was wäre, wenn wir hoffen dürften, dass neues Leben uns geschenkt wird, da wo wir es am wenigsten vermuten.

Was wäre, wenn wir darauf vertrauen dürften, dass wir geliebt sind, so wie ein kleines Kind, ganz ohne es verdient oder erarbeitet zu haben.

Was wäre dann?

Vielleicht könnten wir dann wenigstens statt Vorweihnachts-stress ein klein bisschen Vorweihnachtsfreude erleben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein wunderbares Weihnachtsfest mit den drei großen Ls: Leben, Licht, Liebe.

Und lassen Sie sich auch im neuen Jahr von ihnen begleiten!

Pfarrerin Annette Leppla