Startseite  » Andachten  » Juni 2008

Losung

Losung für Samstag, 16. Dezember 2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!
Micha 2,1

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Markus 10,42-43

© Evangelische Brüder-Unität

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden. 2.Mose15,2 Einheitsübersetzung Monatsspruch Juni 2008

Liebe Gemeinde,

können Sie den Monatsspruch mitsprechen? Für Sie selber? Für Ihr Leben? -  Gott loben und ihm danken, das fällt uns oft nicht leicht. Uns ist schon klar  dass nicht alles selbstverständlich ist: Essen und Trinken, Wohnung und Arbeit, Heizung und Licht, Ferien und Urlaub.

Aber wie ist es, wenn man nicht auf der Sonnen-seite des Lebens steht? Bei einer schweren Krankheit? Angesichts des Todes? Wenn man von Hartz IV leben muss? Kann und will man dann Gott danken und loben? Oder darf man Gott etwa dafür danken, dass der eigene Verein ein wichtiges Spiel wider Erwarten nicht verloren, sondern gewonnen hat? Soll man Gott dafür loben, dass die Mathemathikarbeit nur schlecht und nicht ganz schlecht ausgefallen ist? War es richtig, dass in der Vergangenheit Generäle mit ihren Heeren Gott nach einem Sieg, also nach der Niederlage der anderen, gedankt und gepriesen haben?

Es stimmt schon, man muss aufpassen, wofür man Gott verantwortlich macht, worum man ihn bittet und dann auch, wofür man ihm dankt, wofür man ihn lobt.

Der biblische Vers, als Monatsspruch ausgewählt, steht in der Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Diese Geschichte ist lange nach dem eigentlichen Ereignis aufgeschrieben worden. In der Sprache und Gedankenwelt der damaligen Zeit wird zum Ausdruck gebracht, dass Gott sein auserwähltes Volk schon damals in großer Gefahr behütet und bewahrt hat. In langen Jahrhunderten war im Volk Israel intensives Gottvertrauen erwachsen. So hofften und vertrauten die Verfasser der Auszugsgeschichte auch ange-sichts der Herausforderungen, Bedrängnisse und Gefahren ihrer Gegenwart auf Gott. Sie waren sich sicher: Gott ist einer, der ist dabei, der lässt uns nicht im Stich, der geht auch schwere Wege mit, der schützt und bewahrt uns. Das wussten die Menschen damals aus ganz vielen Erfahrungen, die ganz viele Menschen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Situationen gemacht haben.

Gott geht auch schwere Wege mit. Das haben Menschen unserer Tage auch immer wieder feststellen dürfen. Vor Gott brauche ich auch die Misserfolge und die Gefahren meines Lebens nicht zu verstecken. Gott hat mich bewahrt und beschützt, und deshalb kann ich darauf vertrauen, dass er mich auch zukünftig bewahrt und beschützt. Im Rückblick kann man das feststellen. Auch im Gespräch mit anderen Menschen, besonders im Gespräch mit Eltern und Großeltern: Wenn du zurückblickst, gibt es da etwas, wofür du Gott dankbar bist? Man kann ins Staunen geraten, wenn andere erzählen wo, wann und wie ... In Krankheit und Not, als das Leben nicht so rund lief, bei Beziehungsstress, als es im Beruf nicht ge-klappt hat und trotzdem Hilfe und Unterstützung spürbar wurden. Dafür kann, darf und soll man Gott dankbar sein. Und diesen Dank kann man ihm und anderen auch durchaus einmal mitteilen. Es gibt guten Grund, Gott zu danken und zu loben! Gelobt sei der Gott, der zu mir Ja gesagt hat und mich begleiten will, mein Leben lang. Amen.

Gott, in der Hektik und im Alltag unseres Lebens stehen wir in der Gefahr, dich zu übersehen oder auch dich zu instrumentalisieren. Oft wünschen wir uns einen Gott, den wir nutzen können, wenn wir ihn gerade brauchen, wie wir das Auto oder das Handy, den Computer nutzen und brauchen.
Du sagst uns zu, bei uns zu sein, uns zu begleiten und zu unterstützen. Das geschieht aber oft anders, als wir das gerne hätten. So erkennen wir oft erst im Nachhinein, wo du uns hilfreich geführt und bewahrt hast. Wo du uns in schweren Situationen geholfen hast, wenn es uns schlecht ging, wenn wir einsam waren, wenn wir nicht mehr weiter wussten.

Im Blick zurück erkennen wir, dass du, Gott, uns zur Seite gestanden hast.

Gott, wir danken dir für deinen Beistand, der oft so anders ausfällt, als wir das gerne hätten und doch hilfreich und gut ist.

Amen.

Einen Sommer mit Lob und Dank wünscht Ihnen

Pfarrer G. Hussong