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Losung

Losung für Samstag, 16. Dezember 2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!
Micha 2,1

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Markus 10,42-43

© Evangelische Brüder-Unität

Pfingsten - Ende der Sendepause

Wann waren Sie das letzte Mal so richtig begeistert? Und worüber?

Es ist interessant, sich das zu über-legen, denn die neuere Hirnforschung hat festgestellt, dass wir Menschen hauptsächlich durch Begeisterung lernen. Deshalb lernen ja auch kleine Kinder in den ersten Jahren noch am allermeisten: Da sieht ein Kind etwas, was es interessiert, es staunt, will es entdecken. Es merkt, wie es seinen Körper dazu bringen kann, sich in die Richtung zu bewegen, und

bekommt Spaß an den Bewegungen. So lernt es sich, zu rollen, zu robben, zu krabbeln, hochzuziehen, zu laufen…. Bei ganz kleinen Kindern können wir am besten sehen, wie Begeisterung zum Lernen führt. Je älter wir werden, desto mehr kommt uns anscheinend die Begeisterung abhanden. Leider.

Auch die junge Kirche ist durch Begeisterung entstanden. Viele können sich das vielleicht gar nicht mehr vorstellen, wenn sie sich die Kirche heute ansehen.

Doch Tatsache ist: Kirche hat am allerersten Pfingstfest mit Begeisterung angefangen. Nach dem Tod Jesu schien alles zu Ende sein, von dem seine AnhängerInnen geträumt hatten: Die Welt sah noch genauso schrecklich aus wie früher und der, der ihnen Hoffnung und Zukunft versprochen hatte, war nicht mehr da. Sicher, Jesus war auferstanden, so hieß es, und manche wollten ihn sogar gesehen haben. Aber nun waren die engsten Freunde Jesu zunächst einmal unter sich, zurückgezogen von der Welt. Sendepause. 50 Tage lang hatte die Kirche Sendepause.

Vielleicht braucht es manchmal einfach Zeit, bis Neues entstehen kann, bis Neues gelernt wird.

Aber dann geschieht es mit Macht:

Gott sendet den Heiligen Geist, so wird erzählt. Reichlich chaotisch geht es dabei zu. Wie Feuerzungen legt sich die Begeisterung über die AnhängerInnen Jesu, alle reden durcheinander in verschiedenen Sprachen. Es geht drunter und drüber, aber nun hat die Kirche ihre Sendepause beendet, täglich kommen mehr Menschen dazu, die sich taufen lassen, allein am ersten Tag 3000.

Und alles allein dadurch, dass Gott die JüngerInnen begeistert.

Und was lernen sie in ihrer Begeisterung?

Sie lernen, dass sie das, was Jesus getan hat, auch selbst tun können.

Einfache, ungebildete Menschen lernen zu predigen, andere beginnen, wie Jesus zu heilen, wieder andere fangen an, Gemeinden zu organisieren. Und vor allem lernen sie, wie sie andere mit ihrer Begeisterung anstecken können.

So entstand Kirche und in ihrer Jugendzeit lernte sie mehr und mehr, wurde täglich größer und verbreitete Begeisterung.

Und heute? Heute ist die Kirche alt geworden, 2000 Jahre. Die anfäng-liche Begeisterung scheint sich etwas gelegt zu haben. Aber wir Menschen sind in jedem Alter

begeisterungsfähig und damit auch lernfähig. So kann auch Kirche weiter begeistern und dazulernen. Ich bin überzeugt davon.

Vielleicht braucht sie ab und zu eine kleine Sendepause, damit das Neue wachsen kann. Vielleicht gibt es manchmal auch ein bisschen Chaos, bis sich alles neu sortiert hat.

Aber Gott sendet seinen Geist, wann er will und wohin er will. Warum nicht auch in unsere

Kirche, in unsere Gemeinde, zu jedem Einzelnen von uns?

Lassen wir uns begeistern!

Pfarrerin Annette Leppla