Startseite  » Andachten  » September 2005

Losung

Losung für Samstag, 16. Dezember 2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!
Micha 2,1

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Markus 10,42-43

© Evangelische Brüder-Unität

Monatsspruch September 2005 Jesus Christus spricht: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat. Lukas 12,15

Liebe Gemeinde, 
Sicher haben Sie auch eines zu-hause, oder kennen es von Be-kannten und Freunden – eigentlich hat es jeder von uns und kennt es: das Sparschwein. Aus Plastik oder Porzellan, im Büffet, auf dem Wohnzimmerschrank oder auf dem Schreibtisch. Da steht es, das Sparschwein, oder das Sparhäuschen oder der Sparglückskäfer – gleich welche Form sie auch immer haben, eines haben alle: diesen Schlitz dort oben. Er lockt und fordert uns heraus. Er lockt, immer mal wieder etwas hineinzuwerfen. Mal 50 Cent. Mal 1 Euro – oder, wenn wir besonders gut bei Kasse sind, vielleicht auch mal einen zusammengefalteten Schein.
Und so ein Sparschwein verleiht uns ein schönes Gefühl: Bald! Bald kannst Du Dir etwas leisten: eine schöne Kleinigkeit, etwas, was Du Dir schon lange wünschst, oder Du kannst Deinen Liebsten etwas Schönes schenken!
Mit dem Sparbuch ist es ganz ähn-lich. Ich erinnere mich noch gut an die ersten Male, als ich als Kind meine kleinen Ersparnisse am Weltspartag auf die Kasse brachte – und dann, schon auf dem Heim-weg, schaute ich mir im Sparbuch die größer gewordene Summe an und war glücklich. Da war es wie-der da, dieses Gefühl von Zufrie-denheit und Sicherheit.
Schade eigentlich, dass es nur für Geld Sparschweine gibt. Wenn es so etwas doch auch für’s Leben gäbe. Ein Sparschwein für’s Glück. Eine Kasse, auf die man Freude einzahlen könnte. Spaß und Ideen, Lebenskraft und Ge-sundheit, Arbeitsenergie und Hoffnung. Das wäre doch herrlich, wenn wir all das auf einer Kasse einzahlen könnten an Tagen, an denen wir glücklich sind. Und wenn wir dann davon abheben könnten, wenn wir unglücklich sind, oder krank oder traurig, an Tagen, die dunkel und grau sind.Wenn ich krank bin oder de-primiert, wenn ich überarbeitet bin oder hoffnungslos – was hilft mir dann mein Sparschwein? Die klin-genden Münzen und die zusam-mengefalteten Scheine da drin – an solchen Tagen machen sie mich nicht froh.
Wovon lebt der Mensch? – Diese Frage wird uns an einem kleinen Sparschwein ganz deutlich. Woher nehmen wir Lebensfreude und Lebenskraft? Gesundheit und E-nergie? Glück und Zufriedenheit? Was ist wirklich wichtig?
Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat“, sagt Jesus. Positiv können wir es so ausdrücken: „Je-de/r lebt davon, das ihr/ihm das Wesentliche für’s Leben geschenkt wird“: Wenn wir am 2. Oktober, am Erntedankfest in unserer Kir-che wieder die bunte Vielfalt der Altarfrüchte sehen, dann wird uns deutlich werden, dass uns das Wichtigste im Leben von Gott gegeben wird, der Menschheit insgesamt und jeder/m einzeln. Wir können es uns anhand der vier klassischen Elemente vor Augen führen, was wir alles  - gratis – bekommen:
Erde:
Getreide und Brot, Früchte und Gemüse, bunte Blumen, kräftige Bäume und die Vielfalt der Tiere
Feuer:
Licht und Wärme, Kraft der Liebe, Herzenswärme, Geborgenheit in der Familie, zuverlässige Freun-dinnen und Freunde
Wasser:
frisches Wasser, Seen und Flüsse, das kühle, weite Meer
Luft:
Sauerstoff der Luft, Kraft des Windes, herrliche Düfte: Waldes-duft, Meeresduft oder den fruchti-gen Geruch der Herbstluft.
So praktisch bekommen wir Gottes Liebe zu spüren. Für jeden ist genug da. Jeder soll Zugang dazu haben.  Es ist wie mit dem Manna damals in der Wüste. Wieso sollen wir etwas anhäufen, was man gar nicht anhäufen kann? Wozu Habgier und Neid auf andere? 
In diesem Sinne behalten Sie ruhig Ihr Sparschwein,
Ihr  Pfr. G. Hussong