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Losung

Losung für Montag, 06. Februar 2023
Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun.
Jeremia 17,9-10

Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.
Galater 6,9

© Evangelische Brüder-Unität

Dezember 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

Weihnachten ist für mich ein Fest der Nachhaltigkeit. Vielleicht fragen Sie sich, was das jetzt soll, und können es auch gar nicht mehr hören, das Wort Nachhaltigkeit. Allzu oft springt es uns zurzeit entgegen.
Verbunden auch mit einem gewissen Druck und der bangen Frage:
Was soll ich denn jetzt schon wieder tun oder auch lassen?
Dabei muss Nachhaltigkeit gar nicht so anstrengend sein. Kann auch mal Spaß machen, weil es Kreativität fordert und fördert und dazu auch oft noch Geld spart. In der Kriegs- und Nachkriegszeit lebte man ganz selbstverständlich nachhaltig, einfach weil es kaum eine andere Wahl gab. Die Kartoffeln wurden nicht ganz weichgekocht und dann im
geschlossenen Topf, der am besten noch in eine Decke verpackt wurde, nachgegart. Das sparte Strom oder Gas. Socken wurden selbstverständlich so lange gestopft, bis es nicht mehr ging, bevor sie dann weggeworfen wurden, nachdem sie vielleicht noch eine Weile zum Putzen dienten. Auch das Radio wurde so lange repariert wie möglich. Heute bekommt man nach 2 Jahren schon kein Ersatzteil mehr. Und niemand fand das alles damals schlimm.
Nach-haltig. Da steckt „nach“ drin und auch Halt. Halt, den brauchen wir gerade sehr dringend in dieser Halt-losen Welt, wenn manches schwer ist. Wie gut, wenn der Halt nicht so schnell verloren geht, also nachhält.
Doch was hat das alles mit Weihnachten zu tun?
Zum einen hält sich das Weihnachtsfest ja schon ziemlich lang, auch wenn manche sich heute etwas schwer damit tun, weil der Sinn für sie verloren geht, und auch wenn wir seit Corona etwas an der Art, wie wir es feiern, nachbessern müssen.
Doch immer noch feiern wir Weihnachten Jahr für Jahr und haben es noch nicht weggeworfen oder ersetzt. Es bedeutet vielen etwas. Und das hat bestimmt damit zu tun, dass Gott uns Menschen Halt geben will durch dieses Kind, das da geboren wird, Halt in schweren Zeiten. Und den brauchen wir ja gerade wieder ganz besonders nötig.
Was mir persönlich jetzt am meisten Halt gibt, das ist Zusammen-Halt. In der Weihnachtsgeschichte, wie Lukas sie erzählt, ging es viel um
Zusammenhalt:

Da gab es zuerst keine Herberge, keinen Platz für das Kind, das da
geboren werden sollte. Und dann wurde improvisiert. Mensch und Tier rückten in dem zugigen Stall zusammen und gaben sich gegenseitig
Halt und Wärme. Garantiert war es da keine 19 Grad warm, aber
Zusammenhalt wärmt, Nähe auch, vor allem die Herzen. Und das strahlte aus, auch auf die Hirten, die dann auch noch dazukamen samt Schafen.
So stellen wir uns das vor.
Der Stall von Bethlehem, er ist für mich ein Bild dafür, wie wir hier auf der Erde bei all den Problemen leben können: 
Kreativ sein und zusammenrücken, einander Halt geben und Wärme,
und zwar Mensch und Natur friedlich miteinander. Dann kann der
Heiland geboren werden jedes Jahr neu in jedem Herzen und an
jedem Ort.
 „Friede auf Erden bei den Menschen, die Gott liebt“.

In diesem Sinne eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!
Ihre Pfarrerin Annette Leppla

 

Und so hat sich der Prophet Jesaja schon lange Zeit vor Jesu Geburt den Frieden ausgemalt:
Dann wird der Wolf beim Lamm zu Gast sein, der Panther neben dem Ziegenböckchen liegen; gemeinsam wachsen Kalb und Löwenjunges auf, ein kleiner Junge kann sie hüten. Die Kuh wird neben dem Bären weiden und ihre Jungen werden beieinanderliegen; der Löwe frisst dann Häcksel wie das Rind. Der Säugling spielt beim Schlupfloch der Schlange, das Kleinkind steckt die Hand in die Höhle der Otter.
Niemand wird Böses tun und Unheil stiften auf dem Zion, Gottes
heiligem Berg. So wie das Meer voll Wasser ist, wird das Land erfüllt sein von Erkenntnis Gottes.