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Losung

Losung für Sonntag, 03. Juli 2022
Kommt her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat.
Psalm 66,16

Paulus schreibt:  Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
Galater 2,20

© Evangelische Brüder-Unität

April 2022

Liebe Leserinnen und Leser,
während ich diesen Artikel schreibe, rollt die Omikron-Welle über uns hinweg und die Russen demonstrieren ihre Macht an den Grenzen zur Ukraine. Wie alles sein wird, wenn Sie den Gemeindebrief in den Händen halten, weiß ich nicht. Aber eins weiß ich sicher: Der Frühling steht dann vor der Tür. Er wagt den Aufbruch, so wie jedes Jahr. Und ich will mit ihm den Aufbruch wagen. So wie es die Tulpen auf dem Titelbild im letzten Jahr gewagt haben und sicher schon wieder in den Startlöchern stehen. Jedes Jahr muss der Spross der Tulpe es wagen, die Zwiebel zu verlassen, die kalte Erde zu durchdringen und dann nach draußen zum Sonnenlicht aufzubrechen. Ein Sinnbild für Ostern, das nach den Passionswochen vor der Tür steht.
Nach den beiden Jahren der Pandemie höre ich die Osterbotschaft in diesem Jahr mit ganz besonderer Aufmerksamkeit: „Jesus ist von den Toten auferstanden.“ Mit dem Verstand ist das nicht fassbar. Aber für die Nachfolger*innen Jesu war das eine weitreichende Erfahrung. Sie haben sich nicht unterkriegen lassen von Trauer und Leid, sie haben erfahren, wie neues Leben entstand, sogar im Tod, dem absoluten
Stillstand. Sie haben neue Freude erlebt.
Maria Magdalena hat den auferstandenen Jesus als Erste gesehen, wie erzählt wird, in der Nähe des
Grabes, zu dem sie kam, um den Leichnam zu salben. Und er hat sie beauftragt weiterzuerzählen, was sie erfahren hat:

Jesus lebt und mit ihm neue Freude. Maria Magdalena ist
aufgebrochen, sie hat ihren Auftrag angenommen.

Und auch ihre Freund*innen haben sich nicht einschüchtern lassen von der Gewalt der römischen Soldaten und sie haben weiterverbreitet, was sie erfahren haben: Jesus ist von den Toten auferstanden. Neues Leben ist möglich und neue Freude.
Auch wir als Christi Gemeinde können diese Botschaft weiter verbreiten mit Worten und Taten, mit unserem ganzen Leben. Wir können Räume schaffen, wo die Botschaft gelebt wird, wenn wir zusammenkommen, einander vorurteilsfrei begegnen und uns gegenseitig liebevoll annehmen. Wir dürfen den Aufbruch wagen hin zu lebendiger und hoffnungsfroher Gemeinde.
Viele haben den Wunsch, sich wieder mehr zu treffen, sich unbeschwert und maskenfrei zu begegnen, zu feiern, sich am Leben zu freuen. Ich habe die Hoffnung, dass das bald wiederkommt und so auch in unserer Gemeinde wieder viele unserer Wünsche und Pläne umzusetzen sind.
Ich will mir die Tulpen zum Vorbild nehmen und aufbrechen: Ich will über all das, was jetzt ist, hinausdenken und Neues planen in meinem Leben und zusammen mit dem Presbyterium sowie natürlich gerne auch mit Ihnen allen in unserer Gemeinde. Ich denke, die letzten beiden
Jahre müssen nicht umsonst gewesen sein. Warum sollte nicht wie in der Tulpenzwiebel, die in der Erde verborgen ist, so manches an Neuem still und leise gekeimt haben, womöglich schon gesprossen sein, um nun zum Blühen zu kommen? Neue Erkenntnisse reifen oft genug im Verborgenen und in Zeiten des scheinbaren Stillstandes.
Ich will den Aufbruch zu neuem Leben wagen, das zarte Pflänzchen Hoffnung pflegen, dass wir geboren wurden zum Leben.      


Eine hoffnungsfrohe Zeit wünscht Ihnen             
Ihre Pfarrerin Annette Leppla