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Losung

Losung für Sonntag, 22. Oktober 2017
Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein!
1.Chronik 22,16

Simon Petrus sprach:  Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.
Lukas 5,5

© Evangelische Brüder-Unität

Liebe Gemeinde,
großen Ärger hat sich eine
Pfarrerin in England eingehandelt, weil sie Grundschülern die bittere Wahrheit über den Weihnachtsmann gesagt hat: Es gibt ihn nicht, er ist nur eine Fantasiegestalt.
Die Kinder hatten auf die Frage, worum es bei Weihnachten eigentlich gehe, geantwortet: Um den Weihnachtsmann. Das hat die Pfarrerin so verärgert, dass sie ihnen gnadenlos reinen Wein einschenkte. Und damit ging eine Welle der Empörung los, bis dahin dass Eltern sagten: „Sorry, aber mein Kind kann nicht mehr in die Kirche kommen. Ihnen würde es auch nicht gefallen, wenn wir sagen, es gebe keinen Gott.“ Offensichtlich lassen wir Menschen uns gegen alle Vernunft gerne verzaubern und lieben es gar nicht, wenn die Wahrheit uns den Zauber nimmt. Bei uns früher zu Hause kam an Weihnachten immer das Christkind. Und wenn ich durch das Schlüsselloch ins zugesperrte Weihnachtszimmer schaute, konnte ich so allerhand Schönes glitzern sehen. Natürlich wusste ich, dass das, was ich mir unter dem Christkind vorstellte, wenig mit dem richtigen Jesuskind zu tun hatte, dafür hatten meine Eltern schon gesorgt. Doch ich wollte noch lange gerne an dem Zauber festhalten, den die Vorweihnachtsfreude versprach. Ein bisschen Glitzer, ein bisschen Zauber verwandelt eben den grauen Alltag und gibt ihm einen besonderen Glanz. Das will sich niemand gerne nehmen lassen und das müssen wir auch nicht.
So ein bisschen weihnachtlicher Glanz kann durchaus nicht nur unseren Alltag, sondern auch unsere Herzen verzaubern, so wie das Christkind, das sein Lächeln allen vorbehaltlos schenkt, ohne Berechnung und ohne auf unsere Leistungen zu schauen, das Liebe ausströmt und unsere Herzen bereit macht zu lieben.
Weihnachten ist ein Fest gegen alle Vernunft, denn es ist ein Fest des Kindes und der Liebe: Das Kind lässt unseren Blick weicher und milder werden, in seiner Gegenwart werden wir ruhiger, leiser.
Das Kind zeigt uns, wie wir uns verschenken können, wo wir gebraucht werden und wo wir selber bedürftig sind. Das Kind lehrt uns zu lieben, ohne etwas zu erwarten.Vielleicht müssen sich ja Wahrheit und Zauber gar nicht unbedingt widersprechen.
In diesem Sinne zauberhafte Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr
wünscht Ihnen
Pfarrerin Annette Leppla