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Losung

Losung für Samstag, 16. Dezember 2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!
Micha 2,1

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Markus 10,42-43

© Evangelische Brüder-Unität

Ein Mensch der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

(Prediger Salomo 3,13)

 

Liebe Gemeinde,

zu den Dingen, die ich im Urlaub besonders liebe, gehört für mich jeden Morgen ein schönes Frühstück. Ungestört und ohne Zeitdruck möchte ich mit meiner Familie frühstücken können, am liebsten draußen im Freien in der Morgensonne. Ich will es genießen - ohne klingelndes

Telefon oder gehetzten Blick auf die Uhr. Das ist für mich der Inbegriff von Urlaub, Entspannung und Wohlergehen.

Für den alttestamentlichen Prediger, der im September-Monatsspruch zu Wort kommt, ist ein Mensch, der mit Genuss isst und trinkt, ein Gottesgeschenk. Der Prediger redet hier nicht einer hemmungslosen Prasserei und Völlerei das Wort. Dem Prediger geht es um die gute Balance im Leben:  „Alles hat seine Zeit.“ – Das ist die Überschrift über dem Kapitel, aus dem der Monatsspruch entnommen ist: Alles hat seine Zeit: Die Arbeit – die Freizeit. Die Anspannung – die Entspannung. Die Belastung – die Erholung. Ein Mensch, der über allen Mühen und Anforderungen des Lebens nicht vergisst, Pausen zu machen und mit Freude zu genießen, der bleibt erfreulich gelassen. Wer selbst nicht genießen kann, der verdirbt schnell auch anderen die Freude am Genuss.

Der Schlüssel oder ein Schlüssel für ein glückliches Leben liegt in unserem Verständnis von ZEIT: Wenn ich sage, ich muss die Zeit, die ich besitze, bis ins Letzte durchplanen und ausnutzen, um möglichst viel darin zu erleben und zu verdienen, dann ende ich in der Selbstausbeutung. Dann finde ich keine echte Ruhe mehr.

Wenn ich es aber mit der alttestamentlichen Weisheit halte, dann ist Zeit ist für mich ein GESCHENK GOTTES. In allem, was mir Tag für Tag entgegenkommt, kann ich Gott finden. Das gelingt dann, wenn ich die Zeit bewusst annehme und lebe. Es ist Zeit für… jetzt ist Zeit zum Essen und Trinken – und nicht für tausend andere Sachen auch noch. Bewusstes Essen und Trinken kann mir zeigen, wie gut Gott es mit mir meint. Aber auch in der bewusst gelebten Zeit der Freude, in der Zeit zum Kranksein, zum Weinen oder Zuhören, die eben nicht noch von vielen anderen Dingen nebenbei begleitet und überlagert werden muss, kann mich Gottes Nähe erreichen.

Wenn ich Zeit so lebe, als Zuwendung Gottes, dann entdecke ich, wie reich und vielfältig mein Leben ist und wer ich bin. Die bewusst gestaltete und ausgekostete Zeit ist ein Gottesgeschenk. Wenn Jesus den Menschen das Reich Gottes schmackhaft machen wollte, dann hat er mit ihnen gegessen und getrunken. Gewiss, das Reich Gottes

erschöpft sich nicht darin, es ist noch viel mehr. Aber ein schönes Essen, das ich in Muße und vielleicht guter Gesellschaft genießen kann, lässt mich spüren, wie gut Gott es mit mir meint, an Leib und Seele. Davon möchte ich mir möglichst viel bewahren, daran will ich mich – und andere – erinnern, auch wenn der Urlaub schon länger wieder vorbei ist.

Der Volksmund hat recht, wenn er sagt: „Gut essen und trinken hält Leib und Seele zusammen!“ Es ist eine Frage der Lebenseinstellung. Entschleunigtes Leben. Hören wir noch einmal die biblische Lebenseinstellung in den Worten des Predigers:

„Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat Gott die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, dass Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes.“ (Prediger Salomo 3,10-13).

 

In diesem Sinne Gute Zeit wünscht Pfr. Gernod Hussong